NEWS | 31.08.2022

Meeresschutz in der Arktis

Höchste Zeit, sich auf die Eisschmelze vorzubereiten

Die Arktis erwärmt sich schneller als alle anderen Regionen der Erde. Dieser rasche Temperaturanstieg verändert die Arktis bereits tiefgreifend und setzt sich mit noch unbekannten Folgen fort. Gleichzeit steigt durch das schwindende Meereis das wirtschaftliche Interesse an der Region. Wie kann der Arktische Ozean vor diesem Hintergrund geschützt und nachhaltig genutzt werden? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, ist ein umfassendes Verständnis der Region erforderlich, weshalb das Ecologic Institut mit dem Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS), ein strategischer Partner der DAM, eine Berichtsserie zum Meeresschutz in der Arktis veröffentlicht.

Die Berichte konzentrieren sich auf die fünf arktischen Anrainerstaaten: Kanada, Dänemark (mit Grönland), Norwegen, die Russische Föderation und die Vereinigten Staaten. Darüber hinaus gibt ein sechster Bericht einen umfassenderen Überblick über die arktische Meeresumwelt und fasst die einschlägigen internationalen und regionalen Vorschriften zusammen.

Die Berichte decken die vier Hauptthemen ab: Zunächst werden die wichtigsten Merkmale der Meeresumwelt der jeweiligen Arktisregion beschrieben. Anschließend werden die wesentlichen Belastungen untersucht, die sich auf die biologische Vielfalt der Meere in der Region auswirken, gefolgt von einer Untersuchung der soziokulturellen und wirtschaftlichen Rolle sowie der Umweltauswirkungen der wichtigsten menschlichen Aktivitäten in der jeweiligen arktischen Region. Der jeweils letzte Teil der Berichte beschreibt das System der Meerespolitik und gibt einen Überblick über relevante Institutionen sowie Regeln, Vorschriften und Instrumente, die eingesetzt werden oder werden könnten, um die arktische Meeresbiodiversität zu schützen und eine nachhaltige Nutzung zu gewährleisten.

Studienautorin Nicole Wienrich sagt: „Das bestehende Netzwerk von Meeresschutzgebieten in der Arktis müsste erweitert werden, um Lebensräume für Meeresbewohner zu schützen. Gleichzeitig müssen aber auch andere Schutzmaßnahmen eingeführt und koordiniert werden, um den Schutz der arktischen Ökosysteme und die nachhaltige Nutzung der Ressourcen der Region sicherzustellen. All diese Maßnahmen brauchen eine angemessene Finanzierung sowie Dialog und Kooperation mit der lokalen Bevölkerung, über Sektoren und Ländergrenzen hinweg.“

Publikationen

  • Wienrich, N., Lukyanova, O. (2022): Marine Conservation in the Russian Arctic. – IASS Study, August 2022. https://doi.org/10.48481/IASS.2022.028
  • Wienrich, N. (2022): Marine Conservation in Greenland. – IASS Study, August 2022. https://doi.org/10.48481/IASS.2022.029
  • Wienrich, N. (2022): Marine Conservation in the Norwegian Arctic. – IASS Study, August 2022. https://doi.org/10.48481/IASS.2022.030
  • Wienrich, N., Lukyanova, O. (2022): Marine Conservation in the Arctic: A Regional Perspective. – IASS Study, August 2022. https://doi.org/10.48481/IASS.2022.031
  • Ecologic Report: Riedel, Arne; McDonald, Hugh; Röschel, Lina & Horstkötter, Sira: Marine Conservation in the Alaskan Arctic, in Fertigstellung
  • Ecologic Report: Riedel, Arne; McDonald, Hugh; Röschel, Lina; Bührke, Jan; Horstkötter, Sira & Seeger, Isabel: Marine Conservation in the Canadian Arctic, in Fertigstellung

Weitere Informationen


Wissenschaftliche Ansprechpartner

Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS)
Forschungsgruppenleiterin
Dr. Nina Döring | nina.doering@iass-potsdam.de


Kontakt

Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS)
Referentin Presse
Sabine Letz | sabine.letz@iass-potsdam.de

 


Header-Bild: Der Arktische Ozean braucht wirksamere Schutzmaßnahmen. Photo by Cassie Matias on Unsplash

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