Küstenfischerei
NEWS | 27.11.2020

Forschung an der Schnittstelle zwischen Meer und Gesellschaft

Neues Center for Ocean and Society an der Uni Kiel setzt Schwerpunkt auf transdisziplinäre Meeresforschung

27. November 2020  Mit der feierlichen Eröffnung des Centers for Ocean and Society (CeOS) am heutigen Freitag erhält die Meeres- und Küstenforschung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) eine neue Plattform für die Forschung an der Schnittstelle von Meer und Mensch. Eingebunden in den Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science (KMS) an der Universität Kiel, einem Mitglied der DAM, setzt das Zentrum zukünftig einen Schwerpunkt auf die Umsetzung von wissenschaftlichen Projekten im Austausch mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Die schleswig-holsteinische Wissenschafts- und Bildungsministerin Karin Prien, CAU-Präsidentin Professorin Simone Fulda und der Direktor des Forschungsschwerpunktes Kiel Marine Science (KMS), Professor Ralph Schneider, übergaben heute im Kieler Wissenschaftspark symbolisch das Center for Ocean and Society an die neue Direktorin Professorin Marie-Catherine Riekhof.

Neues Center for Ocean and Society
Startschuss für das Center for Ocean and Society in der Neufeldtstraße im Laurispark. CAU-Präsidentin Professorin Simone Fulda (rechts im Bild), KMS-Direktor Professor Ralph Schneider (links) übergaben heute die Leitung an die Direktorin Professorin Marie-Catherine Riekhof (Mitte). | Foto: Tom Körber

Die Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen und Zukunftsfragen wie die Eindämmung des Klimawandels oder die Ernährungssicherheit für eine wachsende Weltbevölkerung hängt zu einem großen Teil von einer gesunden Meeresumwelt ab. Der Ozean und seine Küsten leisten damit einen wichtigen Beitrag für die Menschen weltweit. Gleichzeitig übt die Gesellschaft zunehmend Druck auf die Meere aus. Das neue Center for Ocean and Society an der Universität Kiel setzt für nachhaltige Handlungsoptionen daher auf einen Forschungsansatz, der sich auf sowohl auf die Perspektive unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen als auch auf das Wissen von Akteuren außerhalb der Wissenschaft stützt.

„Für eine nachhaltige Nutzung beispielsweise von Meeresressourcen bedarf es wissenschaftliche Erkenntnisse. Aber erst im Austausch mit außeruniversitären Wissensträgerinnen und Wissensträgern und unter Berücksichtigung vorhandener Institutionen und Regelungen kann gemeinsam Handlungswissen entstehen“, sagt die Direktorin des Center for Ocean and Society, Professorin Marie-Catherine Riekhof in ihrer Eröffnungsrede. „Wir wollen nachhaltige Lösungen finden, die wissenschaftlich gestützt, ökonomisch praktikabel, gesellschaftlich akzeptiert und politisch umsetzbar sind“, so Riekhof weiter. Die Professorin für Politische Ökonomie des Ressourcenmanagements an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät konzentriert sich im Center for Ocean and Society mit ihrem 20-köpfigen Team dabei zunächst auf die drei Themenfelder Ernährungssicherheit aus dem Meer, Naturgefahren der Küsten und Meere sowie Ökonomie der Meeres- und Küstenressourcen. Langfristig soll das Center for Ocean and Society aber ein Knotenpunkt für die gesamte transdisziplinäre Meeresforschung an der CAU werden.

In ihren Grußworten würdigten sowohl die Wissenschafts- und Bildungsministerin des Landes Schleswig-Holstein, Karin Prien, als auch die CAU-Präsidentin Professorin Simone Fulda die ambitionierten Ziele der neuen Plattform. Die Universität hatte, gemeinsam mit der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät, den Aufbau des Centers for Ocean and Society mit der Professur für Politische Ökonomie mariner Ressourcen unterstützt, die zukünftig über das Land Schleswig-Holstein dauerhaft finanziert wird.

„Für die Lösung von den großen gesellschaftlichen Zukunftsfragen wie dem Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Ozean müssen wir dringend die Menschen einbeziehen, die es betrifft. Diese wichtige Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft schlägt das Center for Ocean and Society in vorbildlicher Weise. Ich wünsche Professorin Riekhof und ihrem Team viel Erfolg“, sagt die Wissenschafts- und Bildungsministerin Karin Prien in ihrer Videobotschaft anlässlich der Eröffnungsveranstaltung, die aufgrund der Beschränkungen durch die Covid-19-Pandemie ohne Gäste stattfand und überwiegend in den virtuellen Raum verlegt wurde.

Schon seit mehr als einem Jahrzehnt sind die Kieler Meereswissenschaften an der Universität Kiel stark interdisziplinär ausgerichtet und forschen mit den außeruniversitären Forschungsinstitutionen des Landes in größeren Verbünden. Diese einmalige Breite aus den Natur-, Geistes- sowie den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften, die vor allem im Schwerpunkt Kiel Marine Science (KMS) gebündelt wird, erhält mit dem transdisziplinären Ansatz im CeOS nun eine neue Größenordnung, die auch den Anspruch der CAU untermauert, Forschungserkenntnisse mit der Gesellschaft nicht nur zu teilen, sondern auch zu entwickeln.

„Wir wollen als weltweite Netzwerkuniversität sichtbar sein und setzen dabei besonders auf Aktivitäten, die über einzelne Fakultäten hinauswirken. Die transdisziplinäre Forschungsagenda des Centers for Ocean and Society stärkt daher nicht allein die Meereswissenschaften an der CAU, wir bauen auch gezielt die interdisziplinäre Verzahnung der Universität im Bereich des Wissenstransfers und Austausches mit der Gesellschaft aus“, hebt CAU-Präsidentin Professorin Simone Fulda in ihrer Begrüßungsansprache die Bedeutung einer solchen Plattform für die Kieler Meereswissenschaften hervor. „Wir sind glücklich, dass wir mit Professorin Riekhof eine international renommierte Expertin für diese Aufgabe gewinnen konnten, die schon mit ihrem Thema des Managements natürlicher Ressourcen an der Schnittstelle unterschiedlicher Disziplinen forscht.“

Das Center for Ocean and Society ist fest eingebunden in den Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science an der CAU. In diesem bündeln mehr als 40 Forschergruppen aus sieben Fakultäten ihr Expertenwissen. Wie an kaum einer weiteren Einrichtung in Deutschland ist hier neben der Forschung auch die Ausbildung der kommenden Generationen interdisziplinär aufgestellt und orientiert sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030. „Wir sehen gerade auch im internationalen Kontext der UN-Dekade für Ozeanforschung, die im kommenden Jahr startet, dass meereswissenschaftliche Forschung im engsten Dialog mit unterschiedlichen Akteuren der Gesellschaft zur Zukunftsforschung wird“, erklärt KMS-Direktor Professor Ralph Schneider vom Institut für Geowissenschaften an der Uni Kiel die Intention des Forschungsschwerpunktes für die Gründung eines eigenen Zentrums. „Wir wollten unseren Anspruch, unsere Forschung an der Schnittstelle zwischen Mensch und Meer zu bündeln, institutionalisieren. Nur so können wir eine neue Dimension im Transfer von Ergebnissen erreichen. Das Center for Ocean and Society soll sich dabei langfristig zu einer Expertenplattform für alle Meereswissenschaftlerinnen und Meereswissenschaftler entwickeln, die transdisziplinäre Projekte umsetzen“, unterstreicht Schneider die Zielsetzung.

Die feierliche Eröffnung des Centers for Ocean and Society wurde aus der Halle des marinen Geräteparks des Instituts für Geowissenschaften der CAU im Laurispark per Livestream übertragen. Vor wenigen Monaten hatte hier in unmittelbarer Nachbarschaft das Center for Ocean and Society ihre neuen Räumlichkeiten bezogen.

Kontakt Direktorin und Direktor des Center for Ocean and Society

Prof. Dr. Marie-Catherine Riekhof
Politische Ökonomie des Ressourcenmanagements mit Schwerpunkt auf Meeres- und Küstenressourcen
Mcriekhof(at)ae.uni-kiel.de

Prof. Dr. rer. nat. Ralph Schneider
ralph.schneider(at)ifg.uni-kiel.de

Pressekontakt

Friederike Balzereit
Wissenschaftskommunikation | Öffentlichkeitsarbeit
Kiel Marine Sciences (KMS) | Future Ocean Netzwerk
Tel.: 0431 880 3032
fbalzereit(at)uv.uni-kiel.de

Header-Bild: Handwerkliche Küstenfischerei ist für die Ernährungssicherheit der lokalen Bevölkerung in vielen Ländern wie etwa dem Senegal von großer Bedeutung. Foto: Marie-Catherine Riekhof, CeOS

Seite teilen

Newsletter

Immer aktuell informiert mit dem DAM-Newsletter.

Unsere Förderer

Die Bundesregierung und die Regierungen der fünf norddeutschen Bundesländer unterstützen den derzeitigen Aufbau und fördern die DAM. Zusätzlich wird die DAM durch die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren unterstützt.

Diese Website verwendet Cookies

Wir weisen Sie darauf hin, dass diese Seite nur Cookies folgender Anbieter verwendet, um die Benutzerfreundlichkeit unserer Webseite zu gewährleisten und eine hohe Funktionalität der Webseite zu garantieren. Wählen Sie aus, welche Cookies Sie akzeptieren möchten, oder klicken Sie auf Ablehnen, um alle Cookies zu entfernen.

Cookies auswählen