NEWS | 21.11.2022

Guter Fisch

Umweltorganisationen, Wissenschaft und die Verbraucherzentralen haben eine Liste von Fischen zusammengestellt, deren Fang und Verzehr derzeit die beste Alternative aufzeigt

Überfischung, Zerstörung von Lebensräumen und hohe Beifangmengen sind häufige unerwünschte Begleiterscheinungen der kommerziellen Fischerei. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es äußerst kompliziert, den Überblick zu behalten und zu erkennen, ob „guter Fisch“ überhaupt noch zu haben ist.

Die beteiligten Verbände und Einrichtungen, darunter das GEOMAR, ein Mitglied der DAM, haben daher eine Liste von Fischen zusammengestellt, deren Fang und Verzehr derzeit die beste Alternative aufzeigt für alle, die nicht auf Fisch verzichten wollen. Unser Ziel sind gesunde Meere, in denen Fischbestände leben, die trotz ihrer kommerziellen Nutzung groß und gesund sind und die ihre Rolle im Ökosystem erfüllen können. Der Einfluss der Fischerei auf die Meeresumwelt, auf marine Säugetiere, Seevögel und auf nicht kommerziell genutzte Fischarten muss so gering wie möglich sein und darf das Erreichen nationaler und europäischer Ziele zum Schutz der Biodiversität und der Meeresumwelt nicht gefährden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Guter Fisch ist selten geworden und die verschiedenen Fischratgeber geben je nach ausgewählten Kriterien unterschiedliche Empfehlungen.
  • Bei der Bewertung der Fische finden die angewandte Fangtechnik, die aktuelle Bestandsgröße sowie die Höhe des Fischereidrucks besondere Beachtung. Fische aus Aquakulturen werden hier nicht berücksichtigt.
  • Wenn Meeresfisch, dann bietet diese Positiv-Liste eine gute Auswahl. Als Verbraucherin und Verbraucher sollte Sie darauf achten, dass beim Kauf sowohl der Fischname (Artname), das Fanggebiet und auch die Fangmethode mit den Angaben auf der Liste übereinstimmen. Sollten diese Angaben nicht erkennbar sein, wie zum Beispiel im Restaurant, sollten Sie gezielt nachfragen.

Fisch – was ist denn das Problem?

Fisch kann Bestandteil einer gesunden Ernährung sein. Er liefert wertvolle Eiweiße, Fettsäuren und Mineralstoffe. Doch Meeresfische werden immer knapper: Überfischung und nicht nachhaltige Fangmethoden bedrohen die Fischbestände in allen Meeren und schädigen die Umwelt. Die Mehrzahl der Fischbestände weltweit werden bis an ihre biologischen Grenzen oder darüber hinaus befischt. Nur noch wenige Bestände sind in einem guten Zustand. Die steigende Nachfrage einer wachsenden Weltbevölkerung trifft immer häufiger auf erschöpfte Fischbestände. Diese Entwicklung kann Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit von mehreren Milliarden Menschen haben.

Für unverarbeiteten Fisch und Tiefkühlprodukte sind die Angaben zu Fischart, Fangmethode und Fanggebiet verpflichtend. Aber ob ein Fisch noch mit gutem Gewissen gekauft und verzehrt werden kann, hängt nicht allein davon ab. Heringe können in einem Fanggebiet überfischt sein, während ihr Bestand in anderen Fanggebieten nicht bedroht ist.

Guter Fisch darf auf den Tisch

In Deutschland ist eine Reihe von Ratgebern zum Thema Fisch erhältlich. Abhängig von den verwendeten Kriterien enthalten sie unterschiedliche Bewertungen und Empfehlungen. Um allen Verbraucherinnen und Verbrauchern eine bewusste Wahl zu ermöglichen, haben Umweltorganisationen, Wissenschaft und die Verbraucherzentralen eine gemeinsame Empfehlung entwickelt.

„Guter Fisch“ appelliert an Sie als Verbraucherin und Verbraucher, Händler und Restaurants, vorrangig diese Fische und Muscheln einzukaufen. Die Liste wird jährlich aktualisiert und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Einige Fischbestände stehen unter Vorbehalt auf der Liste. Sie verfehlten in ihrer Bewertung knapp zentrale Kriterien wie ausreichende Bestandsgröße, Vermeidung von Beifang oder Einsatz schonender Fangmethoden und erscheinen mit Zusatz “bedingt empfehlenswert”. Die Kriterien müssen durch geeignete Maßnahmen wie Verringerung der erlaubten Fänge, Änderung der Fangmethoden oder Ausschluss von bestimmten Fanggebieten vor der Aufnahme in die nächste Ausgabe der Liste erfüllt werden.


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Foto: Agus Santoso / Pixabay

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