ADCP – Akustische Messungen des Strömungsprofils
Ein akustisches Doppler-Strömungsprofilmessgerät (ADCP) bestimmt mithilfe ausgesandter Schallimpulse die Geschwindigkeiten von Wassermassen in unterschiedlichen Tiefen. Anhand des reflektierten Signals berechnet das Instrument die horizontalen Strömungskomponenten auf Basis der Frequenzverschiebung sowie die akustische Rückstreuintensität. Über die Laufzeit der Echos werden die einzelnen Tiefenbereiche zu einem vertikalen Strömungsprofil zusammengeführt.
Für den Betrieb eines ADCPs auf einem Schiff sind hochpräzise Positions- und Kursdaten erforderlich, um die Schiffsbewegungen korrekt herauszurechnen. Auf ozeanischen Forschungsschiffen kommen standardmäßig Teledyne RDI Ocean Surveyor ADCPs mit Frequenzen von 38 bzw. 75 kHz zum Einsatz. Diese Systeme sind speziell für Messungen vom fahrenden Schiff ausgelegt und zeichnen sich durch große Reichweiten und hohe Datenqualität auch unter anspruchsvollen Bedingungen aus.
Die gewonnenen Strömungsdaten sind zentral für das Verständnis von Ozeanzirkulation, Vermischungsprozessen und Transportwegen – Schlüsselfaktoren für das Erfassen und Modellieren von Veränderungen im Ozean- und Klimasystem.
Der zuständige Data Steward für die ADCP-Daten ist Robert Kopte von der Christian-Albrechts-Universität Kiel bzw. Kiel Marine Sciences, der einen Hintergrund in physikalischer Ozeanographie besitzt. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Qualitätssicherung der Rohdaten, die Anwendung etablierter Verarbeitungsketten, das Management standardisierter Metadaten sowie die Bereitstellung der finalen Datensätze. Darüber hinaus ist er zentrale Ansprechperson für Fragen zu Betrieb und Konfiguration der ADCP-Systeme sowie zur Verarbeitung und Archivierung der ADCP-Daten und stellt sicher, dass die Daten langfristig konsistent, reproduzierbar und wissenschaftlich nutzbar bleiben.
[SOPs | ADCP Data Workflow | Software | PANGAEA Wiki | Datensätze]