ein großer, langweiliger Schwarm silberner Fische

Nachhaltigkeit

Natur, Gesellschaft und Wirtschaft zusammendenken

Wir stärken den nachhaltigen Umgang mit den Küsten, Meeren, und Ozeanen durch Forschung und Transfer, Datenmanagement und Digitalisierung sowie die Koordinierung der Infrastrukturen.

MISSION STATEMENT DER DAM
Die Aktivitäten der Deutschen Allianz Meeresforschung zielen darauf ab, den nachhaltigen Umgang mit den Küsten, Meeren und Ozeanen zu stärken. Doch was bedeuten die Begriffe “nachhaltig” oder “Nachhaltigkeit” in diesem Zusammenhang? In der folgenden Übersicht sind dazu Informationen zusammengestellt, die den Handlungsrahmen für die Aktivitäten der DAM zeigen.

Der Begriff „nachhaltige Entwicklung“ umfasst die drei Bereiche Natur, Gesellschaft und Wirtschaft. Diese sind jedoch nicht voneinander getrennt, sondern bilden miteinander verbundene Ebenen eines integrierten Systems. Angesichts der globalen Herausforderungen Klimawandel, Verlust der biologischen Vielfalt und Umweltverschmutzung ist es mehr denn je erforderlich, die Natur mit ihren Ökosystemleistungen als Lebensgrundlage anzuerkennen und ein Gleichgewicht zwischen menschlichem Wohlergehen, Wirtschaftswachstum und Umweltschutz zu erreichen.

Natürliches, wirtschaftliches und soziales Kapital bilden die Grundlage für Nachhaltigkeit und sind miteinander verbunden. Alle drei entscheiden darüber, ob sich Gesellschaften positiv entwickeln. Wenn sich eine Art von Kapital übermäßig entwickelt oder erschöpft ist, destabilisiert sich das System. Resilienz sowie langfristiges Wohlergehen und Sicherheit können aber nur möglich sein, wenn alle Arten von Kapital im Gleichgewicht sind.
Publikation dazu u.a.: Obura, D.O.; Agrawal, A.; Christie, M.; Fromentin, J.-M.; Harrison, P.A.; Jones, M.; O’Brien, K.; Pauchard, A.; Roy, H.E.; Settele, J.; Stoett, P. (2025). “A Systems Reset for Sustainable Development.”, Nature Communications Sustainability, https://doi.org/10.1038/s44458-025-00009-3

Menschliches Wohlergehen hängt von den Meeren ab

Meere spielen eine zentrale Rolle für globale Klimaprozesse, zählen zu den bedeutendsten Ökosystemen der Erde und beeinflussen das Leben von Millionen Menschen unmittelbar. Sie sind erheblichen vom Menschen verursachten Belastungen ausgesetzt und zugleich eng mit der menschlichen Kultur verwoben. Die drei großen Umweltkrisen unserer Zeit verändern auch die Meereslebensräume: Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und Umweltverschmutzung. Meere sind Nahrungs- und Rohstofflieferanten, Sehnsuchtsorte und Inspirationquelle auch für Menschen, die fernab von den Küsten leben.

Der nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen, mit unseren Küsten, Meeren und Ozeanen, ist eine gesellschaftliche Herausforderung und eine Zukunftsfrage für die Menschheit. Wie eine nachhaltige Entwicklung aussehen sollte und erreicht werden kann, ist eine Frage an die Wissenschaft, an die Politik, an die Wirtschaft und an die gesamte Gesellschaft.

Die Symbole der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG)
Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG) | Bild: UNDP

Mit der im Jahr 2015 verabschiedeten Agenda 2030 hat sich die Weltgemeinschaft unter dem Dach der Vereinten Nationen zu 17 globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung und eine bessere Zukunft verpflichtet (Sustainable Development Goals: SDG). Leitbild der Agenda 2030 ist es, weltweit ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und gleichzeitig die natürlichen Lebensgrundlagen dauerhaft zu bewahren.

Das Nachhaltigkeitsziel 14 zielt darauf ab, Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu erhalten und nachhaltig nutzen. Dazu sollen marine Lebensräume geschützt werden, nachhaltige Fischereipraktiken gefördert werden, um die Artenvielfalt der Meeresökosysteme zu bewahren und die Meeresverschmutzung, unter anderem mit Plastikmüll, reduziert werden.

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2021 bis 2030 zur internationalen Dekade der Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung ausgerufen. Gemeinsam sollen Politik, Gesellschaft und Wissenschaft an der erfolgreichen Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele arbeiten. Ziel ist, eine Trendwende zu schaffen: Der Gesundheitszustand der Küsten, Meere und Ozeane soll sich nicht noch weiter verschlechtern, sondern wieder verbessern.

Die Bundesregierung hat 2002 zum ersten Mal eine Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie aufgelegt. Seitdem wird sie regelmäßig alle vier Jahre aktualisiert und legislaturübergreifend getragen. Die Strategie zielt auf eine wirtschaftlich leistungsfähige, sozial ausgewogene und ökologisch verträgliche Entwicklung, wobei die planetaren Grenzen unserer Erde zusammen mit der Orientierung an einem Leben in Würde für alle die Leitplanken für politische Entscheidungen bilden.

Deutschland engagiert sich für grenzüberschreitende und internationale Lösungen im Meeresschutz. Mit der europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie wurde ein einheitlicher Ordnungsrahmen für den Umweltzustand der Meeresgewässer der Mitgliedstaaten der Europäischen Union geschaffen, der für die deutschen Gewässer von Nord- und Ostsee gemeinsam von Bund und Ländern umgesetzt wird.

Mit dem Europäischen Pakt für die Meere (European Ocean Pact ) sollen die Meere besser geschützt, die wirtschaftlichen Aktivitäten unterstützt und das Wohlergehen der Menschen in Küstengebieten gefördert werden. Der Pakt bündelt die Meerespolitik der EU in einem einheitlichen Referenzrahmen und adressiert die Bedrohungen für die Meere, Küstengemeinden, Inseln und Regionen in äußerster Randlage.

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