Resiliente Küsten durch ressortübergreifende Zusammenarbeit
Dialogabend „Horizon 2035 – Advancing Marine Science for Society and the Resilience of Coastal Regions“ in Brüssel
Am 2. Juli luden die Deutsche Allianz Meeresforschung (DAM) und die Vertretung Niedersachsens bei der EU in Brüssel unter dem Titel „Horizon 2035 – Advancing Marine Science for Society and the Resilience of Coastal Regions“ zu einem Abend ein, der ganz im Zeichen der Zukunft der europäischen Meeresforschung stand. Über 60 Gäste aus EU-Institutionen, ständigen und regionalen Vertretungen, Nichtregierungsorganisationen und Forschungsnetzwerken folgten der Einladung.
Im Mittelpunkt stand die Frage, was Küstengemeinden und die Gesellschaft bis 2035 von der Meeres- und Küstenforschung vor dem Hintergrund des neuen EU-Ozeanpakts, der laufenden Haushaltsverhandlungen zum nächsten EU-Forschungsrahmenprogramm sowie komplexer gesellschaftlicher, ökologischer und geopolitischer Herausforderungen erwarten können. Die kommenden 18 Monate werden maßgeblich darüber entscheiden, wie sich die europäische Meeresforschungspolitik für das kommende Jahrzehnt gestaltet.
Die Diskussion machte deutlich: Resiliente Küstengemeinden entstehen durch eine langfristige Zusammenarbeit zwischen Forschung, Politik, Industrie und lokalen Gemeinschaften. Entscheidend ist, wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Lösungen zu übersetzen – damit Meeresforschung nachhaltigen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Nutzen stiftet.
Melanie Walter (Ministerin für Europa und regionale Entwicklung Niedersachsens) eröffnete den Abend. Es folgte ein Grußwort von Torsten Schlurmann (Vorstand der DAM / Leibniz Universität Hannover) im Namen der deutschen Meeresforschung. James Morrison CMG, Direktor für Gesunder Planet bei der Europäischen Kommission, gab anschließend einen Überblick über die europäische Meeresforschungspolitik und den Ocean Pact – darunter den geplanten Ocean Act, die Ocean-Eye-Initiative sowie Strategien zur Stärkung von Forschung und Innovation für Küstengemeinden, Inseln, Überseegebiete und die maritime Wirtschaft.
Sieben Podiumsgäste diskutierten in zwei Gesprächsrunden:
- Wissenschaft an der Schnittstelle lokaler und globaler Realitäten – mit Themen wie Küstenmorphodynamik, Meeresbodenprozesse, Korallenriff-Management, Fernerkundung und maritime Geschichte. Perspektiven reichten von der Emsmündung bis zum Korallendreieck und warfen die Frage auf, was „lokale Auswirkungen” tatsächlich bedeuten.
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Wissenschaft zwischen Grundlagenforschung und Arbeitsplatzschaffung – mit Blick auf KI-gestützte Meeresbeobachtung, erneuerbare Meeresenergie, Ökosystemmodellierung und Biogeochemie. Diskutiert wurde, ob Arbeitsplatzschaffung ein angemessener Maßstab für wissenschaftliche Verantwortung ist – und wo diese Verbindung konkret sichtbar wird.
Ein anregender Austauschabend, an dem Europa gemeinsam die Rolle der Meeresforschung für die Gesellschaft von morgen neu dachte.
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- Zum Programm der Veranstaltung
- Veranstaltungsrückblick der Niedersächsischen Staatskanzlei