"Unterwegs"-Forschungsdaten

standardisiert, offen zugänglich und FAIR

Die Klimakrise, zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit und digitale Desinformation erfordern robuste, transparente Forschungsdaten – insbesondere in den Meereswissenschaften, die essenziell für das Verständnis des globalen Klimas sind. Die Bundesregierung hat die Bedeutung offener, interoperabler Dateninfrastrukturen und digitaler Räume, insbesondere im Bereich der Meeresforschung, erkannt. Dies zeigt sich zum Beispiel mit dem Projekt „Unterwegs“-Forschungsdaten.

Das projekt „Unterwegs“-Forschungsdaten

Über fest installierte Sensoren liefern Forschungsschiffe während der Ausfahrten kontinuierlich hochqualitative und wertvolle Daten über (geo-)physikalische, chemische und biogeochemische Parameter – auch aus nur schwer zugänglichen Regionen. Diese schiffsgestützten Messungen sind zentral für die globale Ozeanbeobachtung, Wettervorhersagen und Klimamodelle. In dem Projekt „Unterwegs“-Forschungsdaten geht es darum, die Daten der deutschen Forschungsschiffe nach den FAIR-Kriterien (Findable, Accesseible, Interoperable, Re-Usable) dauerhaft öffentlich zugänglich zu machen und international anzubinden.

Ziel ist die langfristige Sicherung und Erweiterung des Datenflusses. Technologisch zukunftsweisend ist dabei der Aufbau automatisierter Daten- und Metadatenflüsse, KI-gestützte Auswertungen sowie digitale Innovationen an Bord (z. B. Fernzugriff auf Sensorsysteme). Das Projekt wird seit 2021 vom Bundesforschungsministerium gefördert und von der DAM im Bereich Datenmanagement und Digitalisierung koordiniert.

Die Forschungsdaten

Die „Unterwegs”-Forschungsdaten sind entscheidend für das Verständnis und die Modellierung von Ozean-Atmosphäre-Prozessen, verbessern Vorhersagen und validieren Fernerkundungsdaten. Sie tragen zur Entwicklung von Klimamodellen und zum Monitoring von Umweltveränderungen wie Ozeanversauerung und Erwärmung bei. Die Kenntnis der Form des Meeresbodens (Bathymetrie) ist beispielsweise grundlegend für das Verständnis von natürlichen Prozessen wie Meeresströmungen und Sedimenttransport oder die Veränderung der Umwelt. Bathymetrie ist aber auch zentral für Ressourcenmanagement, Tsunami-Vorhersage oder die Verlegung von Kabeln und Pipelines. Zudem sind Bathymetriedaten in der Regel die Kartengrundlage für Forschungsexpeditionen deutscher Forschungsschiffe und spielen daher bei der Fahrtplanung eine zentrale Rolle.

Ergebnisse

Im Fokus stehen Daten von fest installierten Sensoren wie ADCP, CTD, Fächerecholot, Ferrybox, Thermosalinograph und Fluorometern. Das zentrale Anliegen des Projekts ist die Publikation und Visualisierung dieser Daten für die nutzerfreundliche Auffindbarkeit und Wiederverwertung durch die Wissenschaft. Dafür wurden Arbeitsabläufe und Standards zur Datenübertragung und Archivierung institutsübergreifend und durch gemeinsame Nutzung verteilter Dateninfrastrukturen implementiert. Dateninfrastrukturen an Bord der Schiffe und an Land wurden modernisiert und der Umgang mit Sensordaten institutsübergreifend harmonisiert. Zusätzlich sorgt das Projekt für eine systematische internationale Anbindung der Daten an internationale Erdbeobachtungssysteme.

Die Daten werden nun nach FAIR- und Open-Science-Prinzipien verarbeitet und in (inter-)nationalen Infrastrukturen wie PANGAEA, dem Datenportal Deutsche Meeresforschung, GEBCO und Copernicus veröffentlicht und integriert.

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Unsere Förderer

Die Bundesregierung und die Regierungen der fünf norddeutschen Bundesländer unterstützen den derzeitigen Aufbau und fördern die DAM.